Krebsselbsthilfe - Gruppe

 

Krebsnachsorge Beratung

des BRK Kreisverband

Rhön-Grabfeld


 20 Jahre Krebsgruppe des Bayerischen Roten Kreuz

„Sie hier in der psychosozialen Selbsthilfegruppe bieten der Krankheit Krebs die Stirn.“ Das sagte Bad Königshofens Bürgermeister Thomas Helbling bei der 20-Jahrfeier der Gruppe im BRK-Heim. Dank galt dem Initiator Karl-Heinz Fuchs, der vor mehr als 20 Jahren selbst an Krebs erkrankte und 1997 die Selbsthilfegruppe ins Leben rief.

Seit 15 und 20 Jahren sind sie bei der psychosozialen Krebsgruppe in Bad Königshofen. Im Bild die Geehrten mit (links) Petra Fuchs (Leiterin Sozialarbeit im BRK Rhön-Grabfeld), Bürgermeister Thomas Helbling, Karl-Heinz Fuchs (Initiator der Gruppe) sowie (rechts) Stadträtin Erika Idriss. Foto: Hanns Friedrich

Bild v. l.: Petra Fuchs, Thomas Helbling Bürgermeister, Margit Fuchs, Karlheinz Fuchs, Adriane Sovert, Susanne Hanusch, Gerhild Schmitt, Erika Idriss, Walburga Müller und Hubert Kießner Kreisgeschäftsführer

Die Diagnose Krebs ziehe einem den Boden unter den Füßen weg, sagte Bürgermeister Thomas Helbling in seiner Rede und meinte, dass es da wichtig sei, eine Gruppe zu haben, die eine Anlaufstelle ist, die Betroffene „auffängt und Unterstützung, Mut und neue Kraft gibt“. Das bestätige selbst die Krebsforschung, die die Gruppenerfahrung, den Austausch, die persönlichen Gespräche herausstellt. Dank sagte das Stadtoberhaupt dem Roten Kreuz für die Unterstützung.

Aus eigener Erfahrung berichtete Stadträtin Erika Idriss. Sie bekam im Jahr 2000 und 2016 die Diagnose „Krebs“. Bei allem dürfe aber nicht der Humor zu kurz kommen. Erika Idriss: Damit kann man einiges tragen und auch ertragen. „Außenstehende könnten das alles nicht nachvollziehen, so dass Menschen die Krebs haben, sich oft allein gelassen fühlen. Gerade deshalb sei eine solche psychosoziale Krebsgruppe wichtig. „Hier kann man trösten, Trost spenden, aber auch fröhlich sein.“ Bei ihrem Krankenhausaufenthalt im Leopoldina in Schweinfurt fand Erika Idriss ein Büchlein mit sinnigen Sprüchen. Wegweisend für sie war der Satz des römischen Philosophen Seneca vor mehr als 2000 Jahren: „Wie lange ich lebe, liegt nicht in meiner Macht; dass ich aber, solange ich lebe, wirklich lebe, das hängt von mir ab.“ Diesen Satz gab sie den Mitgliedern der Psychosozialen Krebsgruppe mit auf den Weg.

Der Dank des stellvertretenden BRK-Kreisvorsitzenden Gerhard Weigand galt dem Initiator Karlheinz Fuchs für sein jahrzehntelanges Engagement. Dem Verein wünschte er „wenig Neuzugänge.

BRK-Kreisgeschäftsführer Hubert Kießner sagte, dass die Selbsthilfegruppe oft im Verborgenen arbeite. Das Herz sei seit 20 Jahren Karl-Heinz Fuchs. Das Wort „Leben und Gesundheit“ habe hier eine besondere Bedeutung. Immer wieder gebe es Höhen und Tiefen. Genau hier aber greife die Aufgabe einer Selbsthilfegruppe. Bekannt sei der Ausspruch „Geteiltes Leid ist halbes Leid“. Das gelte hier besonders. Deutschlandweit gibt es rund 100 000 Selbsthilfegruppen; drei Prozent der Bevölkerung, das sind immerhin 2,4 Millionen Menschen, engagieren sich dort. Wichtig sei es, so der Kreisgeschäftsführer, dass das, was Hilfe geschieht, auch öffentlich gemacht wird.

Petra Fuchs, Leiterin der Sozialarbeit im BRK-Rhön-Grabfeld erinnerte sich an ihre erste Begegnung vor acht Jahren. Diese erste Begegnung habe sie sehr berührt. „Es braucht Mut mit einer solchen Erkrankung umzugehen, sie ein Stück zu akzeptieren, offen damit umzugehen und auch dagegen anzukämpfen. Noch mehr Mut brauche es aber, eine solche Gruppe zu gründen, wie es Karl-Heinz Fuchs und seine Frau Margit getan haben. Karl-Heinz Fuchs leite die Gruppe mit Herzblut gemeinsam mit seiner Frau Margit. Sie organisieren auch Vorträge, Fahrten oder Feiern.

Bei der Jubiläumsveranstaltung gab es auch Ehrungen: Fünf Jahre dabei sind Magdalena Streußnig, Karl-Heinz Freyer, Matthias Hartung; 15 Jahre Veronika Scheidlein und Gerhild Schmitt; 20 Jahre Susanne Hanusch, Walburga Müller, Adriane Sovert, Karl-Heinz und Margit Fuchs und Gerda Krämer.

Musikalisch gestaltete der Fränkischen Spielkreis des Gesangvereins Harmonia unter der Leitung von Thomas Blum die Feier im BRK-Heim in Bad Königshofen.

© Auszug aus der Mainpost 09.03.2018

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